Ab 2017: UCI-Weltcup und Elite-EM im Kunstradfahren

AIGLE/FRANKFURT – (bdr-medienservice) Im kommenden Jahr findet erstmals eine Weltcup-Serie im Kunstradsport statt. Dies teilte der Weltradsportverband UCI jetzt mit.

Nach der Premiere 2018, so die Visionen, sollen alljährlich vier Events in Europa sowie in Asien oder Nordamerika den Wettkampf-Kalender ergänzen. Die Termine sollen demnächst festgelegt werden.

Und der internationale Kalender wird noch voller: Denn der Europäische Radsportverband UEC vergab im Rahmen der Straßen-EM in Herning (Dänemark) im August verschiedene Europameisterschaften. 2018 findet die erstmals eine Elite-EM der Hallenradsportler auf deutschem Boden statt.

Wiesbaden (Hessen) wird am 1. und 2. Juni Gastgeber der Titelkämpfe in der Elite-Klasse sein, während die Hallen-EM der Juniorinnen und Junioren vom 11. bis 12. Mai im schweizerischen Bazenheid ausgetragen wird.

Damit erfährt das Engagement der neugegründeten Initiative „Indoor Cycling Worldwide“ (ICWW), hervorgegangenen aus dem Förderverein Hallenradsport, ein international beachtet dickes Ausrufezeichen, für die gesamte Szene gilt das als ein Schritt nach vorne.

Das findet auch Kunstrad-Bundestrainer Dieter Maute (Tailfingen), seit der Weltmeisterschaft 2010 unermüdlicher Protagonist für die Verbreitung der Sportart, die eines Tages beim IOC auch an die olympische Türe klopfen will. „Damit macht der Kunstradsport einen wichtigen Schritt. ICWW hat ein Konzept für einen Weltcup entwickelt – und die UCI gibt grünes Licht. Es wäre schön, wenn dies der Startschuss für eine stetige Entwicklung sein könnte.“

Prominente Mitglieder

Grünes Licht gab es während der Weltmeisterschaft 2016 in Stuttgart. Vor Ort, der damalige UCI-Chef Brian Cooksen.

Die Macher im Hintergrund um den neuen ICWW-Präsident Rolf Halter und Claudia Bee, Mitglied der internationalen Hallenrad-Kommission, wollten den Schwung von der WM für neue Programme nutzen.

Ihr Werben um Mitglieder begann am Neckar und setzt sich seither unermüdlich fort. Die vier Damen des Schweizer WM-Vierers aus Sirnach bekennen sich inzwischen ebenso zu Indoor Cycling World Wide wie die österreichische Ausnahmekönnerin Adriana Mathis (WM-Gold 2015).

Schulungen in Osteuropa

Der Hallenradsport hat seine Wurzeln in Europa, die meisten Medaillengewinner kommen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich uns Tschechien – doch der Blick richtet sich weit über die Grenzen hinaus.

In diesem Jahr bot ICWW Trainingscamps in Osteuropa an: im Februar in Tschechien, im Frühling in der Ukraine und Ungarn. Sportler, Trainer, aber auch Kommissäre, erhalten Unterstützung beim Aufbau eigener Initiativen.

Mal weilen Aktive in Deutschland, dann präsentieren Experten um Rolf Halter den Sport im Ausland, organisieren Wettkämpfe, helfen selbst bei der Materialsuche. Auch aus Italien kommen positive Signale: Hallenrad-Einlagen bei Stadtfesten sollen zum Mitmachen animieren.

Von Hongkong bis Kanada

Die Ziele von ICWW sind global ausgerichtet. Es werden Athleten bei einem Trainingscamp in Hongkong betreut. Die Nationalmannschaft Thailands erhält Unterstützung für eine Teilnahme beim Asian Cup. Die Kontakte nach Australien sollen dort zum Aufbau einer Radball-Infrastruktur führen.

In Kanada ist man schon einen Schritt weiter. Zweimal weilten Aktive mit dem Ahornblatt-Trikot in Württemberg, von Indoor Cycling mitfinanziert.

Im Oktober bot die frühere Landestrainerin Kathrin Igel zur Schulung an den St. Lorenz-Strom. Der mehrmalige Radball-Weltmeister Werner King, in den USA zuhause, versucht die Rosshaarkugel in Nordamerika „an den Mann“ zu bringen.

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