DM: Paukenschlag mal zwei und ein Damen-Krimi

HAMBURG – Der erste Weg führte André und Benedikt Bugner nach der Finalkür zu ihren Gegnern. Fairplay steht bei den Weltmeistern im Zweier-Kunstradfahren der Elite an oberster Stelle.

Dabei hatte das Gespann vom RSV Klein-Winternheim am zweiten Tag der Hallenradsport-DM in Hamburg-Harburg gerade seine erste Niederlage bei einer DM seit 2013, sogar seit 2011 erlebt, wenn man ihre ersten beiden DM-Titel in der Juniorenklasse hinzunimmt.

Nicht die Seriensieger, die auch die ganze Saison dominiert hatten, sondern die Herausforderer Max Hanselmann und Seravin Schefold (RV Öhringen) durften am Samstagabend im DM-Finale über Gold jubeln.

Die Vize-Weltmeister hatten bereits in der Vorrunde den Titelverteidigern kräftig eingeheizt, waren mit Saisonbestleistung von 163,32 Punkten auf fast einen Punkt an die Bugners (164,18 P.) herangekommen.

In der Medaillenrunde dann erneut ein optisch makelloser Vortrag von Hansemann/Schefold mit doppelten Mautesprung, Handstand auf zwei Rädern, Kopfstand/Handstand und vielen weiteren Höchstschwierigkeiten. 160,37 Zähler legten sie dieses Mal vor.

Die Weltmeister aus Rheinhessen zeigten anschließend Nerven, wollten mit taktischen Lenkerstanddrehungen eigentlich ihr Polster ausbauen. Doch das ging schief, führte sogar zu Stürzen. Endresultat: 158,90 Zähler – aber damit sicheres Silber. Es kam aber anders.

Erfolgreicher Protest: Zwei deutsche Meister

Denn bei der Siegerehrung dann der zweite Paukenschlag: Ein erfolgreicher Protest der Bugner-Brüder führt doch zum fünften DM-Titel in Folge.

Denn Aufgrund einer Reglement-Fehlinformation wurden beide Duos gemeinsam auf Platz eins gesetzt. Und beide fahren zur WM.

HRS-Ticker-Fee Carolin Huber klärte auf beschrieb den ungewöhnlichen Vorgang:

Rang drei sicherte sich das erst in dieser Saison neuformierte Team Patrick Tisch und Nina Stapf (Magstadt/136,36) vor Christian Schmidt/Sonja Kliehm (Langenselbold/131,16).

Fotofinish bei den Frauen

Mehr Spannung geht kaum. Allein die Vorrunde der Einer-Frauen war Nervenkitzel pur.

Hier kam es zunächst zum Showdown um den zweiten WM-Startplatz. Eigentlich ein ausgemachtes Duell zwischen der amtierenden Weltmeisterin Lisa Hattemer (Gau-Algesheim) und Vize-Weltmeisterin Viola Brand (Unterweissach).

Doch Mareen Haase (Hoffnungsthal) wäre beinahe die lachende Dritte gewesen. Sie legte mit 183,35 Punkten ihr zweithöchstes Resultat für die WM-Qualifikation vor. Nur eine Welle weniger, und Haase hätte im letzten Moment noch Brand vom WM-Platz verdrängt.

Denn Brand kam nicht ohne Fehler durch ihre Kür, stand sogar auf dem Boden und kassierte mit 172,48 Punkten eine Streichwertung.

Allerdings erwischte Hauptkonkurrentin Hattemer ebenfalls keinen guten Start, verschenkte schon früh viele Punkte. Einen Wert um die 180 Zähler wären nötig gewesen. Doch mit 171,84 Punkten verpasste Hattemer nicht nur die WM- sondern auch die DM-Finalteilnahme.

Spannendes Finale

Im Finale legte Brand starke 183,97 Zähler vor. Haase absolvierte anschließend ebenfalls eine fehlerfreie Kür, markierte 183,58 Punkte. Das bedeutete Gold und Silber für die beiden.

Denn Iris Schwarzhaupt (Stuttgart) rutschte bereits nach knapp drei Minuten unter diese Resultate, leistete sich zwei Absteiger und beendete ihren Vortrag – immerhin ihre DM-Premiere – mit soliden 169,64 Zählern.

Auch Milena Slupina (Bernlohe), WM-Starterin Nummer eins, war als letzte Fahrerin früh aus dem Meisterrennen. Sie vergab schon in der ersten Minute ihre Titelchance, weil sie den Sattellenkerhandstand abbrach, was alleine fast acht Punkte kostete. Dazu weitere Unsicherheiten. 172,94 Punkte  bedeuteten am Ende immerhin die sichere die Bronzemedaille. (st)

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