Kunstrad: Deutsches WM-Team nimmt Form an

Die 2. German-Masters in Rösrath, die 3. und 4. Qualifikation zur Hallenrad-WM in Lüttich – ein Event mit Liebe zum Detail: die Verantwortlichen des RV Blitz Hoffnungsthal hatten an alles gedacht, die Sportler fanden beste Verhältnisse auf der Wettkampffläche und im Trainingsbereich vor.

„In jedem Umkleideraum und im Trainingsbereich stand ein Korb Obst und Müsliriegel“, so der zweifache Weltmeister Lukas Kohl. „Eine top Veranstaltung, bei der wir uns sehr wohlfühlten.“

Bundestrainer Dieter Maute zeigte sich zufrieden. „Die WM-Mannschaft nimmt langsam Formen an.“ Die beiden Tickets für die 2er Disziplinen sind, sofern die Sportler gesund bleiben, fast vergeben. Im 1er der Frauen haben noch drei Athletinnen eine Chance, während im 1er der Männer Lukas Kohl ebenfalls auf dem WM-Weg ist.

Pechvogel war Weltrekordinhaberin Iris Schwarzhaupt. Die Stuttgarterin gewann den 3. Durchgang mit 181,23 vor Weltmeisterin Milena Slupina (Bernlohe/178,16) und Lokalmatadorin Maren Haase (Hoffnungsthal/174,68).


Im Finale setzte Schwarzhaupt ihre erste Übung, den Sattellenkerhandstand, sie zweimal an. Beim zweiten Versuch stürzte sie mit dem Kopf voraus auf den Boden, blieb kurz liegen, musste medizinisch versorgt werden und konnte die Kür nicht mehr fortsetzen.

Damit gewann Maren Haase überraschend ihr Heimspiel. Für das Finale hatte sie ihren Angriff angfekündigt. „Da hau ich einen raus“, so die rheinische Frohnatur. Sie legte starke 184,02 vor. Slupina kam auf 180,35 Zähler.

„Ich war nicht nervöser als sonst, trotz der vielen Bekannten“, so die Siegerin. „Mein Sieg gehört heute allen Helfern“.

Europameisterin Viola Brand (Unterweissach) verabschiedete sich aus dem Kreis der WM-Aspirantinnen. Der Silbermedaillengewinnerin von 2017 gelangen in der Vorrunde nur 156,34 Punkte. In der Zwischenrunde kostet der Abbruch des Lenkerhandstandes gleich 12 Zähler, Tränen flossen.

Im Einer der Männer führt der Weg nach Lüttich nur über den zweifachen Weltmeister Lukas Kohl (Kirchehrenbach). Erst 200,58, dann 199,38 seine Resultate. Und damit baute er seinen Vorsprung in der WM-Zwischenwertung weiter aus. Moritz Herbst (Wendlingen – 196,72/194,47) hat die besten Karten, in Richtung Lüttich zu planen.

In den beiden 2er Disziplinen sind die Würfel nahezu gefallen. Carolin Wurth/Sophia Nattmann (Gutach) fuhren wiederum 137,25 und 141,6 Punkte, während Lisa und Lena Bringsken (Böhl-Iggelheim) 133,29 und 129,42 auf die Fläche brachten. Helen Vordermeier/Selina Marquardt (Oberjesingen) können in diesen Zweikampf aufgrund der aufgestellten Punkte derzeit noch nicht eingreifen.

In Rösrath warteten viele vergeblich auf den Auftritt von André und Benedikt Bugner (Klein-Winternheim). „Wir haben in den letzten Wochen alles versucht, aber leider ist die Saison 2018 beendet. Unsere Enttäuschung ist nach den Schmerzen und der Geduld der letzten Monate natürlich erstmal riesig“, so Benedikt. „Aufgrund der schweren Verletzung an meinem Sprunggelenk können wir jedoch nicht, ohne ein zu großes Risiko einzugehen, unsere Übungen zeigen. Wir glauben aber daran, 2019 zurückzukehren.“

Damit ist der WM-Weg frei für die WM-Titelverteidiger Serafin Schefold/Max Hanselmann (Öhringen) sowie Patrick Tisch/Nina Stapf (Magstadt). Beide Paare hatte am Nachmittag noch Absteiger zu verzeichnen. Am Abend aber drehten die Weltmeister auf und zeigten eine perfekte Kür: 166,45 Punkte.

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