Kunstrad-Weltcup: Gelungenes Finale in Erlenbach

Im kleinen Ort Erlenbach bei Heilbronn (GER) wurde an diesem Wochenende UCI-Radsportgeschichte geschrieben. Im Rahmen des Internationalen Weinpreises wurden zum aller ersten Mal die UCI-Weltcupsieger im Kunstradfahren gekürt.

Wie erwartet dominierten die deutschen Fahrer das Geschehen. Doch es gab auch Überraschungen.

Im Einer der Männer ließ der zweifache Weltmeister Lukas Kohl (Kirchehrenbach/GER) keinen Zweifel an seiner Dominanz aufkommen. Nach drei Siegen in den bisherigen Weltcupturnieren gewann er auch das Finale. Mit voller Punktzahl von 500 Zählern darf er sich als erster UCI-Weltcupsieger feiern lassen.

Die Überraschung gelang Martin Schön aus Bokod/Ungarn. Zwar belegte in der Tageswertung nur Platz sechs. Doch im Weltcupranking sicherte er sich 295 Punkten den zweiten Platz. Dritter wurde Marcel Jüngling (Dornheim/GER) der in drei Weltcupstarts 290 Zähler sammelte.

Bei den Frauen gelang der deutschen Mareen Haase ein Sieg in letzter Sekunde. „Ich bin total überwältigt, damit hatte ich nicht gerechnet. Mein Ziel war es, in diesem Jahr ein Trikot zu gewinnen. Jetzt ist es das Weltcup-Trikot und darüber freue ich mich nach der knapp verpassten WM-Qualifikation sehr.“

Mit einer fehlerfreien Kür gewann Haase in Erlenbach und zog mit den doppelt vergebenen Rankingpunkten noch an Weltmeisterin Milena Slupina (Bernlohe/GER) vorbei. Slupina sah bis drei zur letzten Übung noch als Siegerin aus, verlor aber das Gleichgewicht und stürzte. „Das tut mir sehr leid, wir sind ja gut befreundet“, zeigte Haase Mitgefühl. Für die WM drückt die Ersatzfahrerin der  Titelverteidigerin Slupina jedenfalls die Daumen.

Favoritensiege gab es in den beiden Zweier-Disziplinen. Die Weltmeister Serafin Schefold/Max Hanselmann vom RV Öhringen machten nur rund 25 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt in Erlenbach den „Grand-Slam“ mit vier Weltcup-Saisonerfolgen in der offenen Klasse perfekt. Ebenso wie das Damen-Duo Sophie Nattmann/Caroline Wurth (Gutach/GER), die mit ihrem Sieg im Saisonfinale die optimale Punktausbeute von 500 Zählern einfuhren.

Nur einmal war nicht die deutsche Nationalhymne zu hören. Im Vierer offene Klasse setzten sich die Favoritinnen aus der Schweiz durch. Die Weltmeisterinnen Melanie und Jennifer Schmid, Céline Burlet und Flavia Zuber hatten zwar einen Sturz in ihrer Kür. Doch der Vorsprung auf die Lokalmatadoren der Startgemeinschaft Erlenbach/Öhringen sowie des VfH Worms (beide GER) war so groß, dass es zum souveränen Tages- sowie Gesamtsieg reichte.

Martin Fürsattel: Letzter Auftritt

Für Martin Fürsattel war es der letzte Auftritt. Der deutsche Nationalfahrer vom RSV Fürth-Vach beendete mit seinem Start beim Weltcup-Finale seine Karriere. Seine letzte Kür verlief zwar nicht optimal und Platz sieben im Weltcupranking entsprechen sicherlich auch nicht seinem Leistungsniveau.

Mit drei Bronzemedaillen bei deutschen Meisterschaften gehörte er in den vergangenen Jahren indirekt zur Weltelite. 2018 beendet er als Vierter der inoffiziellen HRS-Weltjahresbestenliste. 2017 war her hier sogar Drittbester.

Zum Abschluss zeigt Fürsattel die blitzschnelle Runde im Standsteiger rückwärts, für die er berühmt und berüchtigt ist. Danach erhoben die Zuschauer. Ein toller, fairer, ruhiger Sportsmann nimmt seinen Hut. (st/ch/ml)

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