Radball: Österreichs Traum vom Heim-WM-Titel

Jahr für Jahr holen Patrick Schnetzer und Markus Bröll Weltmeisterschafts-Gold. Seit 2013. Das soll 2017 wieder so sein. Schließlich steht für die österreichischen Radballer die Heim-WM in Dornbirn an.

Keine zehn Kilometer Luftlinie weg von ihrer Heimspielstätte des RC Höchst wollen Schnetzer/Bröll das fünfte UCI-Regenbogentrikot in Folge holen. Für Außenspieler Bröll ist es sogar eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Bis 2009 spielte er mit Bruder Tommy für den RV Dornbirn.

Die letzte Niederlage in einem WM-Turnier ist für Schnetzer/Bröll zwei Jahre her. 2015 in Malaysia verloren die Weltmeister in der Vorrunde gegen die Schweiz mit 1:6. Den Titel holte sich das Gespann trotzdem. Im Finale gelang die 5:4-Revanche. Zehn WM-Partien haben Schnetzer/Bröll seither nicht mehr verloren.

Die Radballer sind der größte Trumpf des diesjährigen WM-Gastgebers Österreich.

Dominik Planzer (rechts) steht vor seiner letzten WM.

Doch die Schweizer Roman Schneider und Dominik Planzer (Altdorf), Vize-Weltmeister der vergangenen drei Jahre, werden alle Kräfte mobilisieren, um das zweite Mal nach 2012 wieder ganz oben zu stehen. Denn es wird ihr letzter gemeinsamer Auftritt auf einer WM-Fläche. Außenspieler Planzer hat seinen Rücktritt zum Jahresende bekannt gegeben.

Aber auch Deutschland mit Bernd und Gerhard Mlady (RMC Stein) ist aussichtsreicher Anwärter auf die Medaillen. Bei ihrer WM-Premiere im Vorjahr sicherten sich die Cousins Bronze.

Rückenwind erhofft sich der BDR vom neuen Bundestrainer Matthias König (Gärtringen). Er war mit Uwe Berner 2010 der bisher letzte deutsche Weltmeister. Sein Know-How soll die Myadys zum Titel verhelfen.

Welche Rolle das Vater-Sohn-Gespann Jiri und Jiri jun. Hrdlicka (Svitavka/CZE) spielen wird, ist offen. Die tschechischen Meister haben nichts zu verlieren, spielen ganz ohne Erwartungsdruck. Gerade das könnte sie gefährlich machen. Vater Jiri (43) bringt als zweifacher Ex-Weltmeister die nötige Routine, Sohn Jiri (21) die jugendliche Power.

Dass Belgien (Damen Brecht/Dirikx Niels) und Frankreich (Meyer Benjamin/Seyfried Quentin) immer für eine Überraschung gut sind, bewiesen zuletzt die Franzosen mit WM-Bronze 2015.

Gerade in den ersten Partien haben sich Belgien und Frankreich gegen die vier großen Nationen immer wieder als Stolperstein hervorgetan. Vermutlich muss aber eine dieser Teams das Relegationsspiel um den Klassenerhalt gegen den Sieger der B-Gruppe bestreiten.

Neue junge Teams in der B-Gruppe

Spannend wird es in der B-Gruppe. Gleich zwei neue Teams aus der U23 wollen hier die etablierten Nationen aufmischen. Hinter Neuling Nummer 1, Liechtenstein, verbirgt sich das Duo Lukas und Markus Schönenberger vom RMV Mosnang aus der Schweiz.

Lukas spielt mit Ralf Breitenmoser in der höchsten schweizer Liga, der Nationalliga A, belegte dort in diesem Jahr Rang sieben. Bei der U23-Europameisterschaft wurde Lichtenstein Sechster.

Neuling Nummer 2 sind Arnak Mkhitaryan/Artak Vosdkanyan, die für Armenien antreten. Die beiden sind in in Belgien beheimatet, spielen für Gent mit jeweils anderen Partnern in der ersten sowie zweiten belgischen Liga. Auch sie waren bei der U23-EM, wurden Neunter.

Für Japan gibt unterdessen Matsuda Ko nach vier Jahren Abstinenz sein WM-Comeback. Seinen bisher letzten Einsatz hatte der Japaner 2012 in Aschaffenburg. Nun peilt er an der Seite von Akatsu Riku die Rückkehr in die A-Gruppe an. Dort spielte Ko als bisher letzter Japaner zusammen mit Naoya Kinoshita in den Jahren 2008 und 2009 erstklassig.

Hier gehts zur Starliste (PDF): 2017 UCI Indoor Cycling World Championships Dornbirn

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