WM 2017: Thürmer-Schwestern in einer anderen Dimension

Vierte Weltmeisterschaft – dritter Titel: Nadja und Julia Thürmer vom RV Mainz-Finthen (GER) machten in Dornbirn den Hattrick perfekt.

Die Schwestern ließen im Zweier-Frauen nichts anbrennen, setzten ihren großen Vorsprung perfekt um. Mit ihren Ergebnissen über der 160-Marke könnten die beiden sogar mit den Männern der offenen Klasse locker mithalten. Der Frauen-Konkurrenz sind sie damit meilenweit enteilt.

„Motivationsprobleme gibt es bei uns nicht“, sagte das Duo. Dabei gehören sie seit 2009 zur absoluten Weltspitze. Damals gewannen sie erstmals WM-Silber, mussten sich dann aber bis 2015 gedulden, da sie in Deutschland immer nur die Nummer drei waren, und trotzdem nationale Titel gewannen. Seither sind sie einfach nicht mehr zu schlagen.

Dass sich das bald ändert, daran arbeiten die Vize-Weltmeisterinnen Lena und Lisa Bringsken (Böhl-Iggelheim/GER). Sie holten zum dritten Mal in Folge Silber. „Wir haben noch Steigerungspotenzial“, kündigen sie an.

Ob es 2018 allerdings wieder zu einem Duell mit den Thürmern-Schwestern kommt, ist offen. „Wir entscheiden erst nach der WM in aller Ruhe, ob wir im nächsten Jahr wieder antreten“, antworten die Thürmer-Schwestern.

Auch sie haben noch Steigerungsmöglichkeiten, „in der Ausführung“, wie sie sagen. Und die Einführung der UCI-Weltcupserie sowie der Europameisterschaft, die zudem 2018 in Wiesbaden quasi vor ihrer Haustür stattfindet, seien durchaus ein Anreize zum Weitermachen, geben sie zu.

Den letzten Auftritt ihrer Kunstradsportkarriere legten hingegen Fabienne Gamper / Rahel Nägele (Schweiz) hin.

Sie gewannen – ebenfalls zum dritten Mal in Folge – die Bronzemedaille. Dabei verabschiedeten sie sich im Final-4 mit einem neuen Schweizer Nationalrekord.

„Die Bronzemedaille fühlt sich für uns an wie Gold, farblich ist es ja nicht so weit auseinander“, sagte Rahel Nägele. „Es ist die richtige Zeit aufzuhören. Wir hatten ja auch richtig Druck von unseren Landsfrauen Laura Bruder und Julia Hämmerli.“

Das besagte Duo Bruder/Hämmerli fährt noch in der U19-Klasse, verbesserte in Dornbirn zweimal den nationalen Juniorenrekord und wurde so bei ihrer WM-Premiere auf Anhieb Vierte.

„Wir machen Platz für die Jugend und werden uns auf das Privatleben und den Beruf konzentrieren“, so Gamper/Nägele.

Übrigens: alle Weltmeister erhielten in Dornbirn einen 6,8-Kilogramm-Bergkäse als Präsente. Was so zierliche Damen damit vorhaben? Nadja Thürmer gibt Auskunft. „Eine Hälfte bekommt der Papa, die andere unsere Physio, Ex-Weltmeisterin Katrin Schultheis. Wir selbst essen gar keinen Käse…“

Text/Fotos: Stefan Thomé / Fotos: Michael Thomé

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