WM 2019: Radballtitel bleibt in Österreich – kein Schweizer Happy End

Für das I-Tüpfcheln hat es leider nicht gereicht. Für die Schweiz, Gastgeber der Hallenradsport-WM 2019 in Basel, gab es am letzten Tag keine erhoffte Medaille. Aussichtsreichste Kandidaten waren die beiden Radballer Severin und Benjamin Waibel.

Die Vize-Europameister von 2018 aus Pfungen setzten sich am Sonntag-Vormittag in der Zwischenrunde gegen Tschechien nach einem packenden Fight am Ende glücklich mit 4:3 durch.

Im Halbfinale unterlagen sie dann fast erwartungsgemäß gegen die mehrfachen Weltmeister aus Österreich, Patrick Schnetzer und Markus Bröll (Höchst).

Im Match um Rang drei ging es dann wieder gegen die Tschechen. Doch dieses Mal erwischten Waibel/Waibel einen klassischen Fehlstart, gerieten bis zur Pause mit 0:3 in Rückstand.

Am Ende stand eine bittere 0:6-Pleite für die Schweizer zu Buche. Für die Tschechen Jiří Hrdlička (46) und Pavel Loskot (41) war es indes die erste gemeinsame Medaille.

Und Hrdlička machte damit nach zweimal Gold (2003 und 2008) und zweimal Silber (2005, 2006) seinen WM-Medaillensatz komplett. „Und habe ich jetzt alle Platzierungen bei einer WM von Rang eins bis Platz sechs durch“, unterstrich Hrdlička.

Im Finale gab es zum dritten Mal in Folge das Duell Österreich gegen Deutschland – mit der selben Besetzung. Die Titelverteidiger Patrick Schnetzer und Markus Bröll gegen die deutschen Herausforderer Bernd und Gerhard Mlady (Stein).

Hier nahmen die amtierenden Champions Revanche zur Vorrunden-Niederlage. Mit 8:6 sicherten sich Schnetzer/Bröll ihren sechsten gemeinsamen WM-Titel. „Im Vergleich zum Qualifikationsmatch waren wir mental einfach besser eingestellt. Wir wussten, jetzt geht es um den Titel, da haben wir wirklich alles gegeben“, sagte Feldspieler Markus Bröll. 

Für ihn war es die letzte WM. „Mit dem Wettkampfsport höre ich nach dem UCI-Weltcupfinale in ein paar Wochen auf“, bestätigte der 32-Jährige. Mehr Zeit für Familie und Freunde. „Mal nicht eine Geburtstagsfeier absagen, weil man Training oder einen Wettkampf hat“, freut er sich auf mehr Zeit dafür.

Schnetzer wird indes mit neuem Spielpartner weiter machen und will selbstverständlich bei der nächsten WM wieder dabei sein. Ebenso wie die Cousins Bernd und Gerhard Mlady.

„Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir im Finale verloren haben“, meinte Bernd Mlady. „Aber die Duelle gegen Österreich sind immer auf einen so hohen und ausgeglichenen Niveau, was man auch wieder an den vielen Toren sah.“ Es seien Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. „Und die WM 2020 in Stuttgart haben wir auf jeden Fall im Visier“, so Gerdhard Mlady.

Relegation: Alles bleibt beim Alten

In der A-Gruppe wird es im kommenden Jahr keine Veränderung geben. Denn Frankreich (Quentin Seyfried / Mathias Seyfried) behielten im Relegationsspiel gegen den nunmehr dreimaligen B-Gruppensieger Liechtenstein (Markus Schönenberger / Lukas Schönenberger) erneut die Oberhand und sicherten sich mit 6:3 den Klassenerhalt.

Damit bleibt die Top-Sechs der Radball-Elite 2020 im dann nunmehr elften Jahr weiter unter sich. 2009 gelang zum bisher letzten Mal einem Team der Aufstieg aus der B-Gruppe. Das war Frankreich, das als B-Gruppensieger damals Japan mit 3:2 bezwang. (Text: S. Thomé – Fotos: UCI/HRS-Live)

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