Kunstrad: Deutsches EM-Team nimmt Konturen an

Das deutsche Team im Kunstradfahren für die U19-Europameisterschaft am 14./15. Mai 2021 im schweizerischen Altdorf nimmt Konturen an. Beim zweiten Junior Masters in Bruckmühl bauten die bisherigen Führenden und Favoriten ihre Spitzensposition aus.

Im Einer der Junioren gab es den erwarteten Führungswechsel. Philipp-Thies Rapp (Tailfingen/Titelfoto) meldete mit Platz eins in der Vor- und Finalrunde seine Ambitionen auf das EM-Ticket an.

Während er in der ersten Runde noch zwei Absteiger zu verzeichnen hatte (174,07), rief Rapp im Finale mit 182,93 Zählern sein derzeitiges Leistungspotenzial ab. Damit übernahm er die Gesamtführung (674,32) vor Jonas Beiter (Trillfingen/652,98) und Ruben Geyer (Denkendorf/638,16).

Die beiden fuhren gut, doch kleinere Unsicherheiten waren nicht zu übersehen. Sie werden beim Finale noch um das zweite Ticket fighten.

Bei den Juniorinnen lies Lokalmatadorin Jana Pfann (Bruckmühl) den Konkurrentinnen keine Chance. Unter den Augen einiger Zuschauer an der Fensterfront musste sie in der Vorrunde beim Mautesprung vom Rad. Auch beim Lenkerhandstand in der Acht hatte sie leichte Probleme. Trotzdem ging sie mit 182,49 Punkten erleichtert von der Fläche.

Im Finale wurde ihr die Lenkerstanddrehung zum Verhängnis. 173,62 Zähler bedeuteten trotzdem den Final-Sieg, nachdem Hannah Reichle zuvor 170,5 Punkte auf die Fläche gezaubert hatte. Mit 708,25 Zählern liegt Pfann in der EM-Zwischenwertung vor Reichle (Bad Schussenried/686,23), die vermutlich als Nr. 2 zur U19-EM fährt.

Dass es im Kunstrad fair zu geht, konnte man zwischen Pfann und Reichle erleben. Als die Schussenriederin von der Fläche ging, sagte Pfann „Super gefahren“ während Reichle entgegnete „Viel Glück.“

Der Rückstand der Dritten Ceyda Altug (Friedrichshafen/652,48), die etwas weniger an Schwierigkeit als die beiden EM-Anwärterinnen einreichte, ist bereits etwas größer, um noch nach einem der Tickets zu greifen.

Im Zweier Juniorinnen sicherten sich die amtierenden Europameisterinnen Anika Papok/Anna-Sophia von Schneyder (Lottstetten) mit zwei weiteren Siegen bereits vorzeitig das EM-Ticket. Auch wenn sie im Finale mit zwei Absteigern bei der Lenkerlage mit Lenkerhandstand etwas patzten, sind sie mit nunmehr 452,90 Punkten nicht mehr einzuholen.

Denn das zweitplatzierte Paar, Eva und Lena Streit (Orsingen/406,24), wird im ersten Juniorjahr aufgrund der deutschen EM-Qualifikationsrichtlinien noch nicht in der EM-Wertung berücksichtigt.

Marisa Göppert/Maren Buchholz (Fischerbach/394,87) und Lara Schneider/Tanja Österle (Unterweissach/385,38) kämpfen noch um den Ersatzplatz.

Nach dem verletzungsbedingten Abbruch ihrer Kür beim Finale in Haigerloch, meldeten sich Alexander und Daniel Stark (Bernlohe) im Zweier U19 eindrucksvoll zurück. Nach Bestleistung von 124,13 in der Vorrunde setzten die beiden im Finale mit 129,9 nochmals einen drauf.

Damit verkürzten sie den Rückstand in der Zwischenwertung. 420,37 haben sie jetzt auf dem Konto, während Simon Riedinger/Jonas Mächtig (Ilsfeld) mit 440,38 noch in Führung liegen.

Als drittes Paar qualifizierten sich Raphael und Gabriel Heinz (Wendlingen) mit persönlicher Bestleistung von 86,87 fürs Finale der besten Drei. Hier blieben die beiden Württemberger mit 85,31 knapp unter ihrer Bestleistung.

„Wir versuchen mit der Durchführung dieser Veranstaltung für die Sportler/Innen ein Signal zu setzen“, meinten die beiden Kunstrad-Koordinatoren Kurt-Jürgen Daum (Bund Deutscher Radfahrer) und Jürgen Wirt (RKB Solidarität). „Wenn was möglich ist, werden wir dies auch gemeinsam umsetzten.“

Aktuell sollen alle geplanten Meisterschaften stattfinden. Beim Masters-Finale am 10. April in Ilsfeld ist jedoch die Vorlage eines negativen Corona-Schnelltests von allen Beteiligten gefordert. „Alles andere müssen wir abwarten und gegebenenfalls nach Vorgabe der Politik reagieren.“

„Wir haben heute spitzen Leistungen gesehen. Ihr seid super“, so Doris Niedermeier, Vorsitzende der RKB Bruckmühl und unermüdliche Motorin des 2. Junior-Masters, bei der kleinen Corona-konformen Siegerehrung. „Damit die Sportler/Innen, die im Moment nicht trainieren dürfen und das Masters per Live-Stream im Internet verfolgten, nicht die Lust verlieren, spenden wir hier alle einen Riesen Applaus für euch zu Hause. Bitte bleibt alle weiterhin motiviert.“ (Text/Fotos: W. Schwarz)

Ergebnisse unter hallenradsport-daum.de

 

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