Der UCI-Weltcup im Radball wartet in der Saison 2026 gleich mit zwei Neuerungen auf. Die Turniere werden von zehn auf acht Mannschaften reduziert und der Spielplan modifiziert. Zudem wird es erstmals eine Weltcup-Runde für Frauen geben, nachdem sie seit 2023 im WM-Medaillen spielen können. Nun sind mindestens drei Weltcup-Turniere geplant, bei denen die Frauen antreten.
Der UCI-Beauftragte für den Radball-Weltcup, Pierre Klinger (GER), strebt eine Attraktivitätssteigerung der Weltcup-Events an. Die bisher sehr langen Vorrunden mit 20 Spielen sei viel zu langatmig und nicht mehr zeitgemäß gewesen, erläutert Klinger. „Künftig werden die beiden letzten Vorrundenspiele, in denen es meist die Entscheidung um den Einzug ins Halbfinale geht, in der Abendveranstaltung stattfinden“, sagt er.
Zudem erhalte die Heimmannschaft, die mit einer Wildcard ausgestattet ist, damit die Möglichkeit, mindestens zweimal im Abendprogramm anzutreten. Das soll heimische Fans anlocken. „Insgesamt soll die Finalrunde für die Zuschauer attraktiver werden“, so Klinger.
Zum Weltcup-Auftakt in Kobe (JPN) sind für die Premiere der Frauen drei Teams am Start. Favoritinnen sind in Japan die Schweizerinnen Sava Baumann und Chiara Dotoli. Das Duo vom RC Winterthur ist zweifacher Vize-Weltmeister 2024 und 2025.
Internationale Erfahrung haben auch Sayaka Tokuhiro/ Nana Yamashita (WM Link/JPN), die bei der WM 2025 Bronze gewannen. Komplettiert wird das Frauen-Trio vom japanischen Gespann Saki Tanaka/ Akari Sotana (RSV Osaka).
Bei den Männern steht beim jährlich einzigem Weltcup-Turnier in Asien das europäische Gastteam in der Favoritenrolle. In diesem Jahr sind es die deutschen Moritz Bracht / Tarik Nas (RC Oberesslingen). Sie sind amtierende U23-Vize-Europameister.
Das Erreichen des Endspiels haben Yusuke Murakami und Yuma Takahashi vom Gastgeber RSV Kobe als Ziel. Seit 2021 sind sie die Japaner WM-Team, gewannen dreimal die B-Division und beendeten die vergangenen beiden Weltmeisterschaften jeweils auf dem sechsten Rang.
Beim bisher letzten Weltcup in Japan vor zwei Jahren sicherten sich Murakami/ Takahashi – damals ebenfalls als Gastgeber – den zweiten Platz. Das soll nun wieder herausspringen, um als bestes asiatisches Team zum vierten Mal in Folge die Qualifikation zum Weltcup-Finalturnier perfekt zu machen. Hauptkonkurrenten sind Riku Akatsu / Yutaro Kodaka (Tachikawa CSC/JPN), die 2025 beim Asien-Weltcup in Hongkong hinter Murakami/ Takahashi auf Rang vier abschlossen.
Dazu treten in Kobe mit Team II (Koji Okajuma/ Nasu Takayuki) und Team III (Taiga Uramoto / Soichiro Takagi) sowie Link Tokyo (Tokuhiro Noboru/ Ogawa Takuma) drei weitere japanische Teams an. Aus Hongkong kommen HKBTC Flying Gravity (Chan Na Kin Kenny/ Ho wing Tai) und Chan Tsz Chun/ Lo Man Fai (SCAA FC).
Die großen Favoriten steigen erst ab März bei den sechs Turnieren auf europäischen Boden in den Wettbewerb ein. Viermal ist Deutschland Gastgeber, je einmal geht es nach Ungarn und in die Schweiz ehe das Finale am 12. Dezember in Sulgen/GER ausgetragen wird.
Nach dem Rücktritt der Titelverteidiger und UCI-Weltmeister Bernd Mlady/Raphael Kopp (RMC Stein/GER) werden die Karten neu gemischt.
Ganz oben dürften bei Wetten auf den Gesamtsieg der Rekord-Weltcupsieger Patrick Schnetzer (Dornbirn/AUT) mit seinem Partner Stephan Feuerstein stehen. Feuerstein fiel allerdings zuletzt verletzungsbedingt aus. Mit seinem vorherigen Partner Marcus Bröll, mit dem Schnetzer zwischen 2013 und 2019 sechsmal UCI Weltmeister wurde, steht jedoch ein Edeljoker als Reservist zur Verfügung. Das zeigten die beiden, als Schnetzer/Bröll als vermeintliches Verlegenheitsgespann beim Weltcup-Finale 2025 den zweiten Platz belegten.
Eine Wörtchen wollen wieder die Brüder Yannick und Timon Fröhlich (RS Altdorf/SUI) mitreden. Die amtierenden WM-Dritten beendeten die vergangene Saison als Drittbestes Team des Weltcuprankings, verpassten jedoch im Finalturnier als Vierte das Siegerpodest nur knapp.
Deutschland schickt mit Eric und Tim Lehmann (RSV Großkoschen) sowie Michael Birkner/ Robert Mlady (RMC Stein) zwei erfahrene Mannschaften ins Rennen. Eine Top-Acht-Platzierung und die Finalqualifikation sollten für sie wie im Vorjahr locker drin sein.
Neu dabei sind Valentin Notheis/Felix Weinert (RKV Denkendorf/GER), die sich mit weiteren Teams aus der Schweiz, Österreich und Tschechien um einen der Finalturnier-Plätzen duellieren.
Das gleiche Ziel haben die Franzosen Quentin und Mathias Seyfried. Die Brüder vom VCE Dorlisheim mit zuletzt zwei vierten Plätzen bei den UCI Weltmeisterschaften ihr gutes Niveau.
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Die Weltcup-Stationen 2026
#1: 22. Februar 2026 – Kobe/ JPN
#2: 21. März 2026 – Erzhausen/ GER
#3: 9. Mai 2026 – Baj/ HUN
#4: 29. August 2026 – Hähnlein/ GER
#5: 12. September 2026 – Großkoschen/ GER
#6: 10. Oktober 2026 – Prechtal/ GER
#7: 21. November 2026 – Mosnang/ SUI
Finale: 12. Dezember 2026 – Sulgen/ SUI


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