Ludwigsburg springt als WM-Gastgeber 2026 ein

Die Nachricht kam am Freitag-Nachmittag während der deutschen Hallenradsport-Meisterschaften in Sulzbach genau richtig und löste große Erleichterung aus.

Der deutsche Radsportverband German Cycling (GC) hat kurzfristig die Ausrichtung der Hallenradsport-Weltmeisterschaften 2026 übernommen – und einen Ausrichter gefunden.

Die WM-Titel im Kunstradsport und Radball werden vom 30. Oktober bis 1. November in Ludwigsburg vergeben. Austragungsstätte ist die in der MHP-Arena.

Vor zwei Wochen gab der Weltradsportverband UCI bekannt, dass der eigentliche Ausrichter im britischen Derby die Durchführung völlig unerwartet abgesagt hatte. Und das knapp einen Monat vor der geplanten Ausrichtung vom 16. bis 18. Oktober. Ein Schock für die Hallenradsport-Familie.

„Die Absage von Derby kam für alle überraschend und führte bei allen Sportlern zu großer Enttäuschung“, sagte GC-Jugendsekretär Marco Rossmann in Sulzbach, als er in einer kurzen Pause die gute Nachricht verkünden durfte.

„Die UCI war nach der Absage an uns herangetreten und hat uns gebeten, zu helfen“, so Rossmann. Eigentlich ein „unlösbares Problem“, eine WM innerhalb von wenigen Wochen auf die Beine zu stellen und das ohne Ausrichter und passender Halle.

„Wir haben also mit Partnern aus der Vergangenheit und potenziellen Interessenten gesprochen. Darunter auch der WM-Ausrichter des vergangenen Jahres. Ich habe bis jetzt selbst zwar nicht daran geglaubt“, so Rossmann, „aber wir haben eine Lösung gefunden.“

Tatsächlich: die Agentur 8action übernimmt erneut die Ausrichtung. Ein idealer Partner. Denn das Team um Geschäftsführer Jens Zimmermann hatte schon 2025 die WM in Göppingen gestemmt – und das auch nur mit einem Jahr Vorbereitungszeit.

„Wir freuen uns, gemeinsam mit German Cycling und der Stadt Ludwigsburg diese Weltmeisterschaften auszurichten“, sagt Jens Zimmermann. „Unser Ziel ist es, den Sportlerinnen und Sportler aber auch den Fans in der MHPArena drei Tage Hallenradsport auf höchstem Niveau zu ermöglichen.“

GC-Präsident Bernd Dankowski freut sich über die gelungene Kooperation: „Als wir von der Absage in Derby erfahren haben, war für uns schnell klar, dass wir Verantwortung übernehmen wollen. Eine Weltmeisterschaft innerhalb weniger Wochen auf die Beine zu stellen, ist eine große Herausforderung. Aber gerade als eine der prägenden Nationen im Hallenradsport wollen wir dazu beitragen, dass die Weltmeisterschaften stattfinden können.“

Katharina Schwarz, GC-Vizepräsidentin für Hallenradsport, sagt: „Unser Blick richtet sich vor allem auf die Athletinnen und Athleten aller Nationen, die mit großer Leidenschaft und enormem Einsatz auf diesen Saisonhöhepunkt hingearbeitet haben.“

Dass Deutschland erneut nun die Bühne für die Weltmeisterschaften bieten kann, sei ein starkes Signal an die gesamte internationale Hallenradsport-Familie. „Und natürlich ist eine Heim-WM auch für unsere deutschen Athletinnen und Athleten etwas ganz Besonderes und eine zusätzliche Motivation“, so Schwarz, selbst ehemalige Weltmeisterin im Zweier-Kunstradfahren.

Deutschland wird damit nach Bremen 2024 und Göppingen 2025 bereits zum dritten Mal in Folge Gastgeber der Hallen-WM. Die Erfahrungen aus den beiden vergangenen Austragungen sollen dabei eine wichtige Grundlage für die Umsetzung in Ludwigsburg bilden.

Unterstützt wird die Austragung vom städtischen Eigenbetrieb Tourismus & Events Ludwigsburg. Die Schirmherrschaft übernimmt die baden-württembergische Sportministerin Theresa Schopper.

Mit der Bekanntgabe des neuen Austragungsortes startet auch der Ticketvorverkauf: Ab dem 25. September um 16 Uhr sind Tickets für die UCI Hallenradsport-Weltmeisterschaften in Ludwigsburg direkt über Reservix unter www.uci-hallenrad-wm26.reservix.de erhältlich. (gc/st)

WM-Homepage: rad-wm.com

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