U19-EM: Deutsches Kunstradteam dominiert – Radball-Titel geht an Schweiz

Die Junioren-Europameisterschaft im Hallenradsport 2021 war einmal mehr beinahe komplett fest in deutscher Hand. Zumindest was das Kunstradfahren anbetrifft – denn da gingen alle fünf Titel an das Team des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR).

Die Goldmedaille im Radball sicherte sich hingegen das Team des Gastgeberlandes Schweiz. In einem packenden Finale setzten sich Valentin Stadler und Jon Müller von RadSport Altdorf gegen das deutsche Team Chris Rapp / Robin Bluthardt (Kemnat) mit 5:4 (4:2) durch.

Letztendlich ein verdienter Sieg der Lokalmatadoren, hatten Stadler und Müller die Hauptrunde doch ungeschlagen gewonnen. Nur im letzten prestigeträchtigen Vorrundenmatch gegen Deutschland gaben die Schweizer mit 1:1 einen Punkt ab.

Rapp/ Bluthardt hatten wiederum den Samstagmorgen verschlafen und unterlagen gegen Tschechien mit 1:2, schlugen aber zuvor und danach alle weiteren Teams, bis auf die Schweiz.

Im Halbfinale setzte sich Deutschland als Tabellenzweiter gegen das Drittplatzierte Österreich mit 5:1 durch, während die Schweiz das Team aus Tschechien mit 6:1 schlug.

Das Endspiel war dann ein echter Höhepunkt mit harten, aber stets fairen Zweikämpfen und dem verdient besseren Ende für die Einheimischen.

Kunstrad: Deutschland konkurrenzlos

Den deutschen Kunstradfahrern reichten gute und solide Vorträge, um die optimale Ausbeute von fünf Goldmedaillen plus zwei Vize-Titel im Einzel einzusammeln.

Die Europameisterin von 2019, Jana Pfann (Bruckmühl/GER), ging mit einem Ausgangswert an den Start, mit dem sie in der Frauenklasse gleichfalls weit vorne steht. Mit 177,07 Punkten blieb sie am Ende klar vor Mannschaftskollegin Hannah Reichle (Bad Schussenried), die auf 149,38 Zähler kam. Im Schweizer Duel um den Bronzerang behielt Lea Schönenberger (125,73) knapp die Nase vor Mirina Hotz (121,19) vorn.

Ebenso stark präsentierte sich Philipp-Thies Rapp (Tailfingen/GER) bei den Junioren. 183,55 Zähler lautete sein Ergebnis, das zum ungefährdeten Sieg führte. Jonas Beiter (Trillfingen) sicherte den Vizerang mit 145,20 Punkten ebenso klar ab.

Im Dreikampf um Bronze erwies sich der Franzose Maxime Schaal (101,35 P.) als bester Akteur des Verfolgerfeldes.

Bei den Zweier-Juniorinnen dominierten Anika Papok / Anna-Sophia von Schneyder (Lottstetten) mit mehr als doppelt soviel Punkten als ihre Verfolgerinnen. Gegen die 106,54 Zähler waren die zweitplatzierten Alena Florová / Michaela Vosičková (Tschechien) mit ihren guten 61,32 Zählern chancenlos. Über Bronze jubelten die einheimischen Schweizerinnen Luana Lutz und Delia Uebelhart (SUI/59,19 P.).

Nahezu konkurrenzlos – im wahrsten Sinne des Wortes – waren in der offenen Zweierklasse Daniel und Alexander Stark (Bernlohe/GER). Ihr guter Vortrag wurde mit 117,01 Punkten und dem EM-Titel belohnt.

Als einzige Gegner traten Panna Klara Zan-Fabian und Sebastian Hei aus der Ukraine an. Mit respektablen Abstand (39,34 P.), aber gut umgesetzter Kür, gab es für das osteuropäische Mixed-Duo zum zweiten Mal nach 2019 die Silbermedaille.

Zum EM-Auftakt hatten die Vierer-Juniorinnen des RMSV „Edelweiss“ Aach – Hannah Elsässer, Natalie Grote, Julia Matt, Janina Setzer – den Titelreigen für Deutschland eröffnet. Mit 164,21 Punkten setzten sie sich vor Österreich (Jonna-Maria Müller, Julia Gross, Lea Zvokelj, Nora Máté – 103,67 P.) und dem Quartett aus der Schweiz (Cinzia Caruso, Ceyda Fierz, Aimée Lötscher und Sina Schlumpf – 65,41 P.) durch.

Die EM 2021 findet erneut in der Schweiz statt. Schaffhausen ist im kommenden Jahr am 27. und 28. Mai Gastgeber der nächsten Junioren-Titelkämpfe. (st/Fotos: ws)

Homepage EM 2022: schaffhausen2022.ch

ERGEBNISSE*

1er Junioren
1. Philipp-Thies Rapp (GER) – 183,55
2. Jonas Beiter (GER) – 145,20
3. Maxime Schaal (FRA) – 101,35
4. Silas Göbelbecker (SUI) – 79,82
5. Sebastian Hei (UKR) – 77,93
6. Timothé Bertin (FRA) – 59,69
7. Tim Eichler (SUI) – 54,72
8. Áron Márosi (HUN) – 48,49
9. Zsombor Beck (HUN) – 40,57
 
1er Juniorinnen
1. Jana Pfann (GER) – 177,07
2. Hannah Reichle (GER) – 149,38
3. Lea Schönenberger (SUI) – 125,73
4. Mirina Hotz (SUI) – 121,19
5. Ida-Lena Hofherr (AUT) – 104,12
6. Michaela Vosičková (CZE) – 90,59
7. Štěpánka Řasová (CZE) – 88,35
8. Panna Klara Zan-Fabian (UKR) – 79,45
9. Sofia Reichert (BUL) – 57,20
10. Cloé Rach (FRA) – 57,13
11. Krisztina Kopor (UKR) – 56,68
12. Anna Sárközi (HUN) – 54,50
13. Anita Pöhr (HUN) – 51,10
14. Mella Herrmann (FIN) – 50,27
15. Juline Bauer (FRA) – 50,19
16. Manon Geldof (BEL) – 41,69
17. Sarah De Waegenaere (BEL) – 28,43
DNS – Daniela Waguem Pola (FRA)
 
2er Juniorinnen
1. Anika Papok / Anna-Sophia von Schneyder (GER) 106,54
2. Alena Florová / Michaela Vosičková (CZE) 61,32
3. Luana Lutz / Delia Uebelhart (SUI) 59,19
4. Anna Sárközi / Anita Pöhr (HUN) 36,45
 
2er U19 offen
1. Daniel Stark / Alexander Stark (GER) 117,01
2. Panna Klara Zan-Fabian / Sebastian Hei (UKR) 39,34
 
4er Juniorinnen
1. Deutschland (Hannah Elsässer, Natalie Grote, Julia Matt, Janina Setzer) – 164,21
2. Österreich (Jonna-Maria Müller, Julia Gross, Lea Zvokelj, Nora Máté) – 103,67
3. Schweiz (Cinzia Caruso, Ceyda Fierz, Aimée Lötscher und Sina Schlumpf) – 65,41
 
RADBALL
SUI – HUN 13:1, – BEL 11:1, – FRA 6:0 (4:0), – CZE 7:0 (3:0), – AUT 4:2 (1:0), – GER 1:1 (0:0); GER – BEL 7:0, – FRA 5:0, – CZE 1:2 (0:0), – AUT 5:2 (2:1), – HUN 13:1 (6:1); AUT – FRA 4:2, – CZE 4:2 (1:2), – HUN 8:0 (6:0), – BEL 6:2 (3:0); CZE – HUN 11:1, – BEL 6:3 (3:1), – FRA 3:0 (1:0); FRA – BEL 3:3 (1:2), – HUN 4:1 (2:0); BEL – HUN 7:1 (2:1)

Tabelle Qualifikationsrunde:

  1. SUI (16 Punkte/ +37 Tore)
  2. GER (13/ +27)
  3. AUT (12/ +11)
  4. CZE (12/ +8)
  5. FRA (4/ -13)
  6. BEL (4/ -18)
  7. HUN (0/ -53)

Halbfinale: SUI – CZE 6:1 (4:0); GER – AUT 5:1 (2:1)
Spiel um Platz 3: AUT – CZE 6:3 (3:2)
Finale: SUI – GER 5:4 (4:2)

Endstand:

  1. SUI (Valentin Stadler / Jon Müller)
  2. GER (Chris Rapp / Robin Bluthardt)
  3. AUT (Philipp Schwendinger / Elias Gabriel)
  4. CZE (Michal Musil / David Petr)
  5. FRA (Romain Doell / Yann Holtzmann)
  6. BEL (Robbe Hannes / Maikel Moons)
  7. HUN (Botond Gyartmati /Péter Hárskút)

*alle Angaben OHNE Gewähr!

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